Haftpflichtversicherung für Kampfhunde
2. Juni 2010 von admin | 6 Kommentare
Spätestens nach der jüngsten tödlichen Attacke von vier Kampfhunden auf ein dreijähriges Mädchen in Thüringen ist die Diskussion über die bundeseinheitliche Einführung einer Liste „verhaltensauffälliger Hunde“ erneut entbrannt.
Da aber jedes Bundesland eigene Vorschriften über die Haltung von Kampfhunden erlässt, steht zu befürchten, dass wieder alles beim Alten bleibt. Jeder kocht eben sein eigenes Süppchen, auch wenn das auf Kosten von Menschenleben geht. Die Versicherungswirtschaft hingegen hat bereits vor Jahren reagiert. Sie hat sich auf eine Auflistung der Kampfhunderassen verständigt und diese konsequent umgesetzt.
Die Listen der Versicherungsgesellschaften über nichtversicherbare Hunde werden immer länger. Jede Kreuzung mit einem vermeintlichen Kampfhund, beispielsweise die Nachkommen einer Kreuzung zwischen einem Collie und einem Dobermann, führt zwangsläufig bei den Versicherern zu einer Aufnahme in die Liste der nichtversicherbaren Hunde.
Da aber in den meisten Bundesländern, nicht nur für Kampfhunde eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist, sieht sich der Besitzer eines Kampfundes vor schier unüberbrückbare Barrieren gestellt. Taucht sein Vierbeiner in der genannten Liste auf, hat er es schwer den gesetzlichen Auflagen gerecht zu werden. Zunächst gehen fast alle Gesellschaften bei der Antragserfassung von einem ganz normalen Risiko aus, aber dann wird stets nach der Rasse gefragt.
Und spätestens jetzt wird ihm der Versicherungsschutz versagt oder nur zu einem horrenden Prämienzuschlag angeboten. Neuerdings gibt es zumindest eine Gesellschaft, die absolut keinen Unterschied zwischen einem „normalen“ Hund und einem Kampfhund macht. Sie versichert alle Rassen zu den gleichen Bedingungen und zu einer moderaten Prämie, die unter 100 Euro im Jahr liegt.
Allerdings möchte diese Gesellschaft nicht nur beißwütige Kampfhunde in ihrem Bestand haben, das würde letztlich dazu führen, dass die Beiträge für dieses Risiko in astronomische Höhen klettern würden. Insofern bietet diese Versicherungsgesellschaft neben der Hundehaftpflicht auch eine günstige Tierkranken- und OP-Versicherung an.
Diese muss allerdings nicht zwangsläufig mit der Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden, aber ein Preis- Leistungsvergleich lohnt sich bei dieser Gesellschaft auf jeden Fall, nicht nur für den Besitzer eines Kampfhundes.

1. Murrweiss Rosi
Kommentar vom 2. Juni 2010 um 22:38
was für ein Blödsinn… Ad Hoc kann ich verschiedene Versicherungen aufzählen, die sogenannte “Kampfhunde” versichern. Sogar weitaus lieber als die “normalen” Hunde, derweil weitaus weniger damit passiert.Und dies zu einem völlig normalen Tarif.
Und was ist mit den anderen schweren Vorfällen, in denen “normale” Hunde zubeißen ?
Im übrigen sollte die Haftplichtversicherung für einen Hund genauso eine Pflichtversicherung sein, wie für ein Auto. Egal ob für einen Dackel oder eine Dogge.
Und was soll wieder einmal die Polemik bzgl. der Vorschriften der einzelnen Bundesländer, auf Kosten von Menschenleben ?? Dann lassen sie die Versicherungen mal aufzählen, für welche Rassen sie am meisten zahlen müssen. Das wäre doch mal ein guter Ansatz. Dann müssten sie mit größter Wahrscheinlichkeit ihren Versicherungs – Check umschreiben.
Mit freundlichen Grüßen
Rosi Murrweiss
Halterin von Staffordshire Bullterriern ( deren Hunde selbstverständlich versichert sind )
2. admin
Kommentar vom 4. Juni 2010 um 10:21
Sehr geehrte Frau Murrweiss,
mit Erstaunen habe ich Ihren Kommentar gelesen. Auch wenn ich mir die größte Mühe gebe, Ihre Meinung zu meinem Artikel zu verstehen, so muss ich sagen, Ihrer Argumentation kann und will ich mich in keinster Weise anschließen.
Aber was noch schlimmer ist, Ihre Haltung kann ich absolut nicht nachvollziehen.
Sie schreiben, dass Sie Versicherungen kennen, die lieber Kampfunde als normale Hunde versichern. Obwohl ich über 30 Jahre in dem Versicherungsgewerbe erfolgreich tätig bin, habe ich einen solchen Schmarren noch nie gehört. Das Versicherungen gewinnorientiert arbeiten, dürfte mittlerweile sogar zu Ihnen durchgedrungen sein.
Ich darf Ihnen hier einen kleinen Auszug der Annahmerichtlinien einer der größten Deutschen Versicherungsgesellschaft für die Hundehaftpflicht zur Kenntnis geben:
A Hunde dieser Rassen können grundsätzlich nicht versichert werden.
Rassen:
• American Pit Bull Terrier (Pitbull Terrier)
• American Staffordshire Terrier (Staffordshire Terrier)
• Bull Terrier (Bullterrier, Miniature Bull Terrier)
• Staffordshire Bull Terrier (Staffordshire Bullterrier)
sowie alle aus Kreuzungen mit diesen Hunderassen hervorgegangene Mischlinge ersten Grades. Dazu gehört auch der so genannte „Bandog“.
B Hunde dieser Rassen können unter folgenden Voraussetzungen versichert werden:
• keine Vorschäden in den letzten fünf Jahren vor Antragstellung
• Risikozuschlag von 100% des Tarifbeitrages
• kein ermäßigter Beitrag für die Versicherung mehrere Hunde
Rassen:
• American Bulldog (Old Country Bulldog, Old English White)
• Bullmastiff
• Cane Corso Italiano (Italienischer Corso-Hund, Cane Corso, Corso-Hund, Cane Di Maccelaio)
• Coban Köpegi (Kangal, Anatolischer Hirtenhund, Karabash, Sivas-Kangal)
• Dobermann
• Dogo Argentino (Dog Argentino, Argentinische Dogge)
• Dogo Canario (Perro de Presa Canario, Canary Dog, Alano)
• Dogue de Bordeaux (Bordeauxdogge, Bordeaux Mastiff)
• Fila Brasileiro (Brasilianischer Mastiff)
• Kaukasischer Owtscharka (Caucasian Owtscharka, Kaukasischer Schäferhund, Kawkasky Owtscharka, Kavkazskaïa Ovtcharka)
• Mastiff ((Old) English Mastiff)
• Mastin Espanol (Spanischer Mastiff, Spanische Dogge, Mastin leonés, Mastin extremeno, Mastin man-chego)
• Mastino Napoletano
• Perro dogo mallorquín (Ca de Bou, Mallorca-Dogge, Perro de Presa Mallorquin, Presa Mallorquin)
• Rottweiler
• Tosa Inu (Japanischer Kampfhund, Tosa Ken, Tosa Token)
sowie alle aus Kreuzungen mit diesen Hunderassen hervorgegangene Mischlinge ersten Grades.
Aber zurück zum eigentlichen Thema:
Sicherlich gibt es auch extreme Auffälligkeiten anderer Hunderassen, das wird in keinster Weise bestritten und ist ebenso scharf zu verurteilen, wie die der Kampfunde. Aber bezeichnender Weise kommt es immer und immer wieder zu erheblichen Verletzungen bis zu tödlichen Attacken von Kampfhunden, vornehmlich auf kleine Kinder.
Wer es sich nun sehr einfach machen will, gibt den Kindern die Schuld an den Vorfällen. Wäre das Kind nicht in Panik verfallen, so hätten die Hunde möglicher Weise nicht gebissen. Allerdings weiß ich nicht, ob dieser Logik ein normal denkender Mensch folgen kann.
Mir ist auch nicht klar, warum scheinbar geistig normale Menschen sich solche Kampfmaschinen halten müssen. Ob dieses mit einem fehlenden Selbstbewusstsein in Verbindung zu bringen ist, ob es zur Stärkung des eigenen Egos herhalten muss, kann und will ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass hier endlich strengere Verordnungen und Gesetze bundeseinheitliche Gültigkeit haben müssen.
Nach dieser grausamen und tödlichen geendeten Attacke von vier Staffordshire –
Mixbull – Terrier in Thüringen, erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU – Landtagsfraktion, Wolfgang Fiedler in einem Interview im Sender MDR 1, Radio Thüringen, dass in der Vergangenheit es versäumt wurde festzulegen, welche Rassen wie zu halten seien.
Der SPD-Innenpolitiker Heiko Genzel erklärte zu dem tödliche Angriff der vier Staffordshire-Mixbull-Terrrier auf das dreijährige Mädchen „die bisherige Praxis in Thüringen müsse überdacht werden“, er forderte eine Liste der gefährlichen Hunde, für die dann besondere Regeln gelten sollen.
Aber in einem Punkt haben Sie meine volle Zustimmung: Der Kampfhund wird erst durch den Menschen zum Kampfhund gemacht. Und hier liegt das eigentliche Problem,
Die Haltung dieser Hunde muss ausnahmslos registriert und streng überwacht werden.
Autor: Clarin
3. Murrweiss Rosi
Kommentar vom 2. August 2010 um 08:37
Herr ?? Clarin,
sie sollten Reporter bei der Bildzeitung werden, dann hätten Sie mit Sicherheit sehr gute Aufstiegschancen in dem Resort ” moderne Märchen ” GERADE weil die Gesellschaften gewinnorientiert arbeiten, ist denen nicht entgangen, dass die wenigsten Schäden bei den Listenhunden entstehen..
Zu ihrer Kenntnis… Die Rasse BANDOG gibt es nicht.Heißt es schlichtweg “Kettenhund” Sie sollten die Liste der Bärbel Höhn nicht für bare Münze nehmen. Ich empfehle Ihnen doch einmal Lektüre von Dr. Dorit Feddersen – Petersen oder Günther Bloch und Herrn Prof. Hackbarth ( TH Uni Hannover ) Dies wird Ihren Horizont mit Sicherheit extrem erweitern.
Bevor Sie hier irgendwelche Listenhunde an den Pranger stellen, sollten Sie sich erstmal erkundigen, welche Rasse der Hund angehört hat, der in Brandenburg das 8 Wochen alte Kind getötet hat ( Husky ) und welcher Rasse der Hund angehört hat, der die 11 jährige Christina getötet hat ( DSH ) oder der hund, der in Düsseldorf ein Kind getötet hat ( Hollands Herder )
Da aus Ihnen evtl. ein nichtwissender Versicherungsangestellter spricht, kann ich es Ihnen noch nicht einmal übel nehmen. Nur sollten Sie ihr Halbwissen schlichtweg für sich behalten, wenn Sie schon keine Ahnung haben.
Im übrigen führe ich meinen Staffbull im Rettungswesen als Flächensuchhund.
In diesem Sinne
Mit freundlichen Grüßen
R. Murrweiss
4. admin
Kommentar vom 4. August 2010 um 18:41
Guten Tag Frau Murrweiss,
es ist für mich ein erhabenes Gefühl zu wissen, dass Sie mir einen Reporterposten bei der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung zutrauen. Ich wusste schon immer, dass in mir unentdeckte Talente schlummern. Nur das Ressort (nicht Resort) würde mich nicht sonderlich reizen. Immerhin ist Ihre Idee ein recht guter und begrüßenswerter Ansatz. Wenn Sie mir dann, bei der Anpassung meines geistigen Horizontes auf das Ihrige Niveau behilflich sind, kann ich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Zu den Sachinhalten ihres, überwiegend polemischen Ergänzungskommentars, möchte ich der guten Ordnung halber folgendes anmerken:
Ich habe zu keiner Zeit behauptet, dass Bandog eine Rasse ist. Allerdings ist Ihr Erklärungsversuch zu der Bezeichnung Bandog doch recht zweifelhaft. Die Bezeichnung „Kettenhund“ stammt nachweislich aus der Nationalsozialistischen Zeit und wurde von den Soldaten der Wehrmacht oder gar der Waffen-SS für Hunde verwendet, die im Kriegseinsatz waren. Diese armen Kreaturen hatten an einer Kette eine Erkennungsmarke umgehängt bekommen.
An den „Pranger“, wie Sie meinen, habe ich weder eine Hunderasse, noch eine Hundeart gestellt. In meinem Beitrag vom 2. Juni 2010 ging es ausschließlich allein um die tödlich verlaufende Attacke von vier Staffordshire-Bullterrier auf ein dreijähriges Mädchen in Thüringen.
Obwohl nun seit dem entsetzlichen Vorfall drei Monate ins Land gegangen sind, ist leider weder auf der politischen, noch auf der gesetzlichen Ebene etwas geschehen. Politiker, die sich unmittelbar nach dem Vorfall vollmundig zu Wort meldeten, sind verstummt. Und so wird es immer sein, leider.
Bis zum nächsten Mal.
Was Sie nun mit Ihrem Staffbull machen, sei Ihnen unbenommen und interessiert auch niemanden. Zumindest solange Ihr Hund kein auffälliges Verhalten an den Tag legt.
Mit freundlichen Grüßen
Clarin
5. Peter Voss
Kommentar vom 1. September 2010 um 13:46
Guten Tag,
ich würde mich als Admin nicht auf solch eine unsachliche Diskussion einlassen. Die liebe Frau Murrweis ist in vielen Foren für Ihre Polemik und auch konstruierten Unterstellungen bekannt. Im Grunde ist allerdings auch jedem klar, dass sie den Blick für die Realität völlig aus den Augen verloren hat. Das kommt davon, wenn man Hunde als Ersatz für Dinge im Leben anschafft, die nie erlangt wurden!!
Mit freundlichen Grüßen,
P. Voss
6. Murrweiss Rosi
Kommentar vom 5. Oktober 2010 um 15:27
Ob meine Beiträge polemisch oder Ihnen lediglich ein Dorn im Auge sind, dass lasse ich mal im Raum stehen.Polemik ist für mich etwas anderes.
Ansonsten kann ich über Ihren Beitrag lediglich nur schmunzeln. Das meine Beiträge den “Kampfhundehassern” auf den Magen schlagen, ist mir bekannt. Kann man ihnen ja nichts entgegensetzen, außer das man persönlich wird wie sie Herr Voss.
Und mir war gar nicht bekannt, das wir uns kennen. Oder sind sie so unauffällig, das man sie übersieht ?
Aber es freut mich zu lesen, dass wenigstens einer weiß, was ich nie im Leben erlangt habe. Manche Dinge muss man einfach im Leben nicht haben.
Mit freundlichen Grüßen
R. Murrweiss