Die Rente mit 67–eine Illusion der Politik

Nur rund ein Drittel, der in Rente gehenden Bevölkerung in Deutschland, beantragt die Rente erst mit dem 65. Lebensjahr. Oder anders: Zweidrittel müssen vor Erreichung des regulären Rentenalters aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente gehen. Das geht aus einer neuen Statistik der Bundesregierung hervor. Trotz dieser Kenntnis wird von den verantwortlichen Sozialpolitikern immer noch die Rente ab dem 67. Lebensjahr als einziges Heilmittel der verfehlten Renten- und Sozialpolitik propagiert.

Die Statistik belegt auch in drastischer Weise, dass gerade mal nur jeder zweite Mensch mit schwerer körperlicher Tätigkeit, wie beispielsweise Bergarbeiter, das gesetzliche Renteneintrittsalter von 65 Jahren erreichen. Diese Bevölkerungsschicht, die bereits in jungen Jahren ihre Arbeitskraft voll zum Einsatz bringen mussten, sind nun auf die äußerst magere Erwerbsminderungsrente angewiesen, die ihnen häufig noch von den Rentenversicherungsträgern streitig gemacht wird.

Sie werden von einem Gutachter zu dem nächsten geschickt, viele Betroffene müssen ihren Rentenanspruch schließlich vor den Sozialgerichten erstreiten. Auch die Anträge derer, die Rentenkürzungen in Kauf nehmen, um früher in Rente zu gehen, haben drastisch zugenommen.

Die Beweggründe bereits vor dem 65. Lebensjahr die Rente zu beantragen, sind vorwiegend darin zu suchen, dass dieser Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung auf dem Arbeitsmarkt keinerlei Chancen mehr hat, vermittelt zu werden. Es sind meist hochqualifizierte Facharbeiter, die für jeden Monat des vorzeitigen Rentenbezugs vor dem 65. Lebensjahr, eine Rentenkürzung von sage und schreibe 0,3 % hinnehmen müssen.

Vor diesem Hintergrund muss es den betroffenen Rentenbeziehern wie Hohn vorkommen, wenn sie dann aus der Presse erfahren, dass beispielsweise Beamte bei vollen Bezügen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren gegen ihren eigenen Willen vorzeitig in Pension geschickt werden, nur um die Statistik zu schönen, um dann an der Börse eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Wie es ja bei der Zerschlagung der Deutschen Bundespost geschehen ist.

Aber auch der Griff der Politiker in die Rentenkassen, um artfremde Leistungen daraus zu bestreiten, hat zu dem heutigen Desaster in der Rentenversicherung erheblich beigetragen. Ein Großteil der Wiedervereinigungskosten gingen ebenso zu Lasten der Rentenkassen, wie die Kosten der Rückführung und Wiedereingliederung, der in Ostdeutschland stationierten Soldaten der „ruhmreichen Sowjetarmee“ nach dem Zusammenbruch der Ostblockstaaten.

In den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden Rentenkassen von den Politikern geplündert, es wurde gelogen, vertuscht und betrogen, es wurden wider besseren Wissens „blühende Landschaften“ in Ostdeutschland versprochen.

Alles hatte nur ein Ziel: politische Macht erlangen und erhalten, und das um jeden Preis. Die Zeche für diesen Irrsinn zahlen wir nun alle in Form von höheren Steuern und Abgaben, oder aber mit einem Einkommen das unter dem Sozialhilfeniveau liegt.

Wie sagte unser (noch) Bundesaußenminister? „Arbeit muss sich wieder lohnen“, oder sagte er „Arbeit macht frei“? Ach nein, sorry das sagte ja jemand anderer…. Also auf zu neuen Ufern.


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