Der Weg zurück in die private Krankenversicherung
23. Oktober 2009 von admin | kein Kommentar
Im Gegensatz zu den Absichten der abgewählten schwarz-roten Koalition rückt nun die private Krankenversicherung bei der CDU-FDP Koalition wieder verstärkt in den Fokus der Politiker. Es ist noch nicht lange her als sich die Gesundheitsministerin Frau Ulla Schmidt für die so genannte „Bürgerversicherung“ stark machte. Die private Krankenversicherung sollte gänzlich vom Markt gedrängt werden…
Nun haben sich die Gesundheitspolitiker der Union und FDP darauf verständigt dass zumindest erst einmal die so genannten „Besserverdienenden“ mit einem Monatseinkommen von mehr als 4.162,50 Euro, oder einem Jahreseinkommen von mehr als 49.950 Euro, der Wechsel zu den privaten Krankenversicherern erleichtert wird. Die Wartezeit in der der Versicherte in der gesetzlichen Krankenkasse verbleiben muss, soll künftig nur noch ein Jahr betragen.
Kaum war dieses bekannt, da meldeten sich die privaten Krankenversicherer mit einer Ankündigung der Beitragserhöhung für das kommende Jahr. Die Erhöhung soll 2010 drastisch ausfallen und bei rund 5 % liegen. Begründet wird diese massive Prämienerhöhung damit, dass verschieden Versicherer im vergangenen Jahr Beitragsanpassungen nicht durchgeführt haben, weil die begründete Befürchtung bestand, dass Heerscharen von Kunden zu anderen Gesellschaften abwandern könnten, oder aber in den vermeintlich billigeren Basistarif wechseln würden.
Allerdings hat sich der Basistarif mit einem Monatsbeitrag in Höhe von 570 Euro als totaler Flop erwiesen. Sehr viel Geld für sehr schwache Leistungen.
Der Weg von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung wird nun erleichtert, aber umgekehrt geht’s leider nicht so einfach. Von daher sollte jeder, der in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, es sich reiflich überlegen ob es sich auch wirklich lohnt diese Variante der Absicherung zu verlassen und sich auf das Risiko der privaten Krankenkassen einzugehen. Die PKV wirbt mit günstigen Beiträgen für junge Versicherte. Man muss allerdings bedenken dass es in der privaten Krankenversicherung keine Familienversicherung gibt. Jede versicherte Person muss einzeln und individuell abgesichert werden. Vor Gesundheit strotzende Junggesellen sind in der privaten Krankenversicherung immer besser dran und bekommen auch für günstige Beiträge einen Topversicherungsschutz.
Wer allerdings plant eine Familie zu gründen, sollte es sich reiflich überlegen die gesetzliche Krankenversicherung zu verlassen. Für Freiberufler und Selbständige ist es schier unmöglich wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren.
Die Diskussion über die bundesweite Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist nun offensichtlich auch vom Tisch. Man kam zu der Überzeugung dass dieses erst einmal aufgeschoben wird, da aus Gründen des Datenschutzes erhebliche Bedenken bestehen. Der wahre Grund wird wohl eher in den leeren Kassen des Bundeshaushalts zu suchen sein. Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte hätte nach Expertenmeinungen bei einem dreistelligen Millionenbetrag gelegen!
