Beitragserhöhungen in der Krankenversicherung und kein Ende
27. Januar 2010 von admin | kein Kommentar
Nun ist es Gewissheit, die privaten Krankenversicherungen werden im laufenden Jahr wieder ihre Beitragssätze drastisch erhöhen. In Fachkreisen wird eine Erhöhung bis zu dreißig Prozent erwartet. Verbraucherverbände sind zwar wie immer in solchen Fällen schnell mit gut gemeinten Ratschlägen zur Einsparung zur Stelle, aber diese sind wohl eher ein hilfloser Versuch, die Klientel ruhig zu halten. So wird empfohlen, möglichst eine hohe Selbstbeteiligung mit seinem Versicherer zu vereinbaren. In der Praxis sieht das dann so aus,

der Versicherte zahlt zwar ca. 20 Euro im Monat weniger an Beiträgen, wenn er allerdings dann die Kasse im Krankheitsfall in Anspruch nehmen muss, dann zahlt er locker 300 Euro oder gar noch mehr an Selbstbehalt. Wo ist da die Logik und wo die Einsparung?
Auch wird von den so genannten „Gesundheitsexperten“ geraten, die Kasse unter Mitnahme der Altersrückstellung zu wechseln. Das ist allerdings eine sehr schlechte Empfehlung, denn die Mitnahme der Altersrückstellungen zu einem anderen Versicherer ist nur bedingt und auch nur zum Teil möglich. Außerdem ist der wechselwillige Kunde älter geworden und kommt somit in eine schlechtere Tarifklasse. Vor allem aber ist es wie an den Tankstellen, wenn eine Gesellschaft die Preise erhöht, dann ist es nur eine Frage von Stunden bis alle anderen nachziehen. Über das Kartellamt wird ja nur noch gelacht, Die Lobbyisten haben in solchen Fällen die Politiker völlig im Griff.
Die Ankündigung der gesetzlichen Krankenkassen einen Beitragszuschlag in Höhe von vorerst 8 Euro monatlich von jedem Versicherten zu erheben, nahm die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) nun zum Anlass, sich wieder einmal in der Öffentlichkeit zu Wort zu melden. Sie nannte das Vorgehen der Kassen „illegal“ und auch Frau Merkel hat sogar mal eine Meinung, sie meint man müsse sehr genau hinschauen, was die Kassen da so machen!
Das ganze hört sich wie eine Schmierenkomödie an. Wer hat denn in der vergangenen Legislaturperiode das Gesundheitsgesetz und somit auch den Gesundheitsfond eingeführt?
Haben denn unsere Politiker so ein kurzes Gedächtnis? Waren denn die CDU / CSU – Fraktionen nicht an der großen Koalition beteiligt? Vor diesem Hintergrund verkommt jeder Protest, jede Kritik an den Versicherern zu einer reinen Farce.

