Ineas Kunden müssen sich ab 1. September einen neuen Kfz-Versicherer suchen

Die beiden niederländischen Online-Versicherer Ineas und LadyCarOnline segeln mit Volldampf in den Konkurs. Die niederländische Finanzaufsicht hat dem deutschen Bundesamt für Finanzaufsicht mitgeteilt, dass die beiden Online-Versicherer aufgrund einer Gerichtsentscheidung am 31.08.2010 um 24.00 Uhr ihren Dienst einstellen werden. Mit diesem Zeitpunkt endet auch der Versicherungsschutz für rund 50.000 Kfz-Verträge, die Ineas und LadyCarOnline in Deutschland betreuen. Im Klartext bedeutet das für die deutschen Kunden, sie müssen sich zwangsläufig einen anderen Versicherer suchen.

Da Ineas wie auch LadyCarOnline nicht nur auf dem deutschen Markt, sondern auch in Spanien, Frankreich und selbstverständlich auch in den Niederlanden agierten, ist es nicht gelungen, einen Versicherer zu finden, der die Verträge übernimmt. Der internationale Markt ist sicher nicht das Hauptproblem bei der vergeblichen Suche nach einem interessierten Versicherer.

Zumindest nicht an einer Gesamtübernahme der Verträge mit allen sich daraus ergebenden Verpflichtungen. Die rund 50.000 Verträge landen ohnehin auf dem deutschen Versicherungsmarkt. Die Dumpingprämien von Ineas und LadyCarOnline haben, zumindest auf dem deutschen Markt für erhebliche Unruhe gesorgt. Das Ergebnis dieser aggressiven Preispolitik war, dass beide Versicherer eine Schadenquote von über 140 Prozent hatten.

Bei 100 Euro Beitragseinnahmen mussten Ineas und LadyCarOnline über 140 Euro für Schäden und Verwaltungskosten aufbringen. Dass das auf Dauer nicht funktionieren kann, ist eigentlich jedem Grundschüler klar. Warum es den Topmanagern eines Versicherungskonzerns nicht aufgefallen sein sollte, ist nicht nachvollziehbar. Möglicherweise wird man mit der gleichen Masche andernorts weitermachen.

Man kennt es ja. Den deutschen Kunden von Ineas und LadyCarOnline, kann man nur raten, sich umgehend einen neuen Versicherer zu suchen. Wer bis zum 01. September 2010 keine neue Versicherungsbestätigung der Zulassungsstelle zugeleitet hat, muss damit rechnen, dass sein Fahrzeug stillgelegt wird. Obendrein steht ihm ein saftiger Bußgeldbescheid ins Haus, und als Bonbon gibt es noch Punkte in Flensburg.

Probleme wird es auch hinsichtlich der Bestätigung der Schadenklasse geben. Weder Ineas, noch LadyCarOnline unterhielten in Deutschland Niederlassungen. Sie waren nur über das Internet erreichbar.

Dass Ineas und LadyCarOnline eine Prämienerstattung für die bereits gezahlte Kfz-Versicherung an den Kunden vornehmen werden, ist ebenso unwahrscheinlich, wie die Annahme, es werden noch Kaskoschäden von Ineas oderLadyCarOnline reguliert. Geiz ist eben nicht immer geil.


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