Autoschutzbrief kann zur Falle werden!

Man muss schon reichlich blauäugig sein, um zu glauben, dass man für weniger als zehn Euro im Jahr einen „Rundumschutz“ für sein Auto bekommt. Um die Gunst des Kunden wird seit Jahren ein regelrechter Kampf zwischen den Kfz–Versicherungen und den Automobilclubs ausgefochten. Allerdings ist hierbei, wie sonst üblich, der Kunde nicht der Gewinner, sondern der Verlierer. Ob nun ADAC, AvD oder ACE, alle Automobilclubs bieten Autoschutzbriefe mit einem relativ hohen Leistungspaket an.

Der eigentliche Autoschutzbrief mit der schnellen Hilfe nach einem Unfall oder einer Autopanne, ist an die Mitgliedschaft des jeweiligen Automobilclubs gekoppelt. Für diese Mitgliedschaft mit dem umfassenden Leistungspaket aus dem Autoschutzbrief verlangen der ADAC wie auch der AvD gleichermaßen rund 80 Euro im Jahr.

Der Autoschutzbrief der Autoversicherungen kostet pro Jahr im Schnitt lediglich 6,90 Euro. Nun wird sich so mancher fragen, wie geht das, wo ist der Haken? Die Erklärung ist relativ einfach. Nimmt ein Kunde den Autoschutzbrief seiner Kfz-Versicherung nach einem Unfall in Anspruch, so hat der Versicherer den kompletten Überblick über den Schadensumfang und den Schadenshergang.

Der Sachbearbeiter der Kfz-Schadenabteilung hat nach dem Unfall den Erstkontakt zu dem Kunden mit allen nötigen Informationen. Er kann diese Informationen zum Vorteil der Kfz-Versicherung nutzen, indem er den Kunden manipuliert. Mit dem Wissen über den Hergang des Unfalls, kann der Sachbearbeiter alleine bei einem scheinbar unverfänglichen Telefonat den Kunden so steuern, dass er auf viele seiner Rechte freiwillig verzichtet.

Die überwiegende Anzahl der Kunden sind erfreut, wenn sich der nette Sachbearbeiter der Versicherung des Problems annimmt und, zumindest scheinbar, fachkundige Hilfe verspricht. Allerdings geschieht es in der Regel zu Lasten des Kunden und zum Vorteil der Kfz-Versicherung. Somit wird der anfangs supergünstige Autoschutzbrief zu einem sündhaft teuren Produkt.

• Der Kunde wird zu einem Sachverständigen der Versicherung geschickt. Dieser, im Auftrag der Versicherung, tätige Sachverständige ist befangen und kann keinesfalls neutral urteilen.

• Dem Kunden wird klar gemacht, dass er keinen juristischen Beistand benötigt, also schaltet er keinen Rechtsanwalt ein. * Da die Versicherungen Verträge mit Kfz-Werkstätten haben, wird dem Kunden auch die Entscheidung der freien Wahl einer Werkstatt abgenommen.

• Der, ihm während der Reparatur zustehende Mietwagen, wird „kulanter Weise“ gleich von der empfohlenen Werkstatt gestellt. Teils aus Bequemlichkeit, teils aber auch aus Unwissenheit geht der Kunde bereitwillig auf die Angebote der Kfz-Versicherung ein.

Er verzichtet auf einen völlig unabhängigen und neutralen Sachverständigen. Er nimmt sich keinen Rechtsanwalt, der für ihn evtl. eine Wertminderung seines, durch den Unfall beschädigten, Fahrzeugs bei der Kfz-Versicherung geltend machen könnte. Auch bringt er sein Fahrzeug nicht in eine Vertragswerkstatt, riskiert somit unter Umständen sogar seine Fahrzeuggarantie zu verlieren.

Hier macht die Kfz-Versicherung durch die Beschneidung der Rechte des Kunden richtig Gewinn. Die Prämie für den Autoschutzbrief in Höhe von 6,90 Euro jährlich, ist somit nur eine symbolische Prämie. Sie entbehrt jeglicher kaufmännischen Berechung und könnte auch auf null gesetzt werden!

Letztlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich für den vermeintlich günstigen Autoschutzbrief von seiner Kfz-Versicherung entscheidet oder lieber ein bisschen mehr Geld investiert, um im Schadensfall auf neutrale Hilfe zurückgreifen zu können.

Fazit: der Autoschutzbrief der Kfz-Versicherung ist nur für denjenigen gut, der starke Nerven hat und den Sachbearbeitern der Versicherung ein klares Nein entgegenhalten kann.


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