Klassisch konservativ, oder mit der Zockermentalität, hoch spekulativ?
1. Juni 2009 von admin | kein Kommentar
Noch vor wenigen Jahren spielte die Rentenversicherung bei den deutschen Versicherungsunternehmen nur eine untergeordnete Rolle. Das galt auch für fondsgebundene Lebensversicherungen. Eindeutiger Favorit war stattdessen, die oft verschmähte und zu Unrecht gescholtene Kapitallebens-Versicherung in der klassischen Form.
Ein wichtiger Grund hierfür ist zweifelsohne die fehlende Möglichkeit einer gründlichen Analyse der privaten Rentenversicherungen. Dieses Produkt ist einfach zu jung auf dem Markt um aussagekräftige Zukunftsprognosen zu stellen.
Die reale Rendite aus der privaten Rentenversicherung wird sich erst dann errechnen lassen wenn der Kunde in den Genuss seiner Altersvorsorge kommt. Dieses mag dann frühestens im Jahre 2040 der Fall sein.
Verbindet man diese Art der Altersvorsorge nun auch noch mit fondsgebundenen Varianten, dann ist es schier unmöglich hier eine Transparenz dem Kunden zu offerieren.
Die klassische Form der Kapital-Lebensversicherung hat hier eindeutig die Nase vorn. Alleine schon durch den gesetzlichen Garantiezins ist die klassische Lebensversicherung bei einem Vergleich immer auf den vordersten Rängen.
Wer auf Sicherheit setzt, und das sollte man ja bekanntlich bei der Altersvorsorge, der lässt die Finger von den hoch spekulativen Fondsgeschichten. Noch vor rund 20 Jahren waren Fondspolicen exotische Konstellationen und deren Markbedeutung war nicht messbar.
Die letzten Monate haben es ja nun sehr deutlich gezeigt wie die Anleger von Börsenzockern um ihre Altersvorsorge gebracht wurden. Nur leider haben diese Zocker nicht ihr eigenes Geld verloren, sondern haben sich des Geldes der Kunden bedient! Fairer Weise muss man allerdings sagen dass auch den Kunden eine gewisse Mitschuld an der Miesere anzulasten ist. Viele haben eine zu hohe Erwartungshaltung an die Renditevorhersagen gestellt.
Nun ist ja in der Kapital-Lebensversicherung bekanntlich neben der Sparleistung auch ein Risikoschutz für den Todesfall eingeschlossen, was naturgemäß dazu führt, dass zumindest in der Anfangsphase der Rückkaufwert dieser Kapitalanlage äußerst mager ausfällt. Der Kunde muss schließlich dieses Risiko mit einem Teil seiner Beiträge abdecken.
Aber dennoch ist es erstaunlich dass gerade bei der klassischen Kapital-Lebensversicherung die Kapitalabfindungen um ca. 4% höher als die Ablaufleistungen sind, wie es eine kürzlich durchgeführte Studie an den Tag gebracht hat.
Alles in allem kann man sagen, keinerlei Experimente wenn es um die Absicherung für die Zeit des Ruhestandes geht. Man muss ja nicht unbedingt Hans im Glück spielen!
